Therapeuten auf vier Hufen

Ängste überwinden, Verantwortung übernehmen, Vertrauen zu sich selbst und zu anderen fassen, ein neues, positives Lebens- und Körpergefühl erlangen – das sind die Hauptziele unseres Therapeutischen Reitens. Kinder und Jugendliche mit körperlichen, seelischen und sozialen Entwicklungsstörungen, junge Menschen mit einer körperlichen und/oder geistigen Behinderung oder einem Trauma profitieren enorm von der Reittherapie, umfasst sie schließlich pädagogische, psychologische, psychotherapeutische, rehabilitative und sozial-integrative Maßnahmen, die über das Medium Pferd umgesetzt werden.

Entwicklung eines positiven Lebensgefühls

Mithilfe des therapeutischen Reitens lernen erkrankte und traumatisierte Kinder und Jugendliche in einem von Schmerz, Krankheit, Verunsicherung, Misstrauen oder Enttäuschung geprägten Leben, Vertrauen zu fassen und ein positives Lebensgefühl zu entwickeln. Sie stärken ihr Selbstbewusstsein, ebenso wie ihr Selbstwert- und Körpergefühl, und öffnen sich für das Leben, für Gespräche und die Zukunft.

Jede und jeder von ihnen wird individuell und nach seinen Bedürfnissen an unser Therapiepferd herangeführt. Das konstante, gleichbleibend gutmütige Verhalten des Tieres ebenso wie die Unterstützung unserer wunderbaren Reittherapeutin helfen ihnen, Ängste zu überwinden und eine selbstwertsteigernde Erfahrung zu machen – und das schon beim ersten Aufeinandertreffen mit dem Pferd. Ziel ist es, jedem Kind und jedem Jugendlichen durch die Verbesserung seiner motorischen, seelischen, kognitiven und sozialen Fähigkeiten zu einem besseren Selbstwert und größerer Eigenständigkeit in der Bewältigung seiner Lebens- und Alltagssituation zu verhelfen.

Freundlich, vertrauensvoll, offen

In den Therapiestunden herrscht eine freundliche, vertrauensvolle, offene Atmosphäre. Hier fühlt sich jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer trotz seiner Schwächen akzeptiert und ernstgenommen, die Schwierigkeitsgrade der Aufgaben werden an die jeweiligen Fähigkeiten angepasst und immer neu definiert. Die Aktivität der Kinder und Jugendlichen soll nicht durch Verbote eingeschränkt, sondern durch entlastende Bewegungsangebote in organisierte Bahnen gelenkt werden. Freiwilligkeit und Transparenz sind Grundvoraussetzung für die Therapie; zudem werden natürlich stets das Wohlbefinden und die Grenzen des Pferdes im Auge behalten.

Im Fokus steht nicht die Reproduktion vorgegebener Übungen, sondern dabei entstehende Gefühle und körperliche Empfindungen. In Gesprächen während oder nach dem Pflegen und Reiten werden diese Emotionen bewusst gemacht und reflektiert. Die Kinder und Jugendlichen haben hier die Möglichkeit, in lockerer Atmosphäre über ihre Emotionen und Bedürfnisse zu sprechen. Ungezwungen. Freiwillig.
Zur Zielgruppe zählen unter anderem:
  • Kinder und Jugendliche, die Schwierigkeiten haben, sich in Kindergarten oder der Schule zu integrieren und als „sozial unangepasst“ gelten
  • Kinder und Jugendliche aus einer gestörten Eltern-Kind-Beziehung
  • Kinder und Jugendliche mit körperlicher, geistiger und seelischer Behinderung oder von einer Behinderung bedrohte Kinder und Jugendliche
Im Besonderen Kinder und Jugendliche mit:
  • Verhaltensauffälligkeiten (wie Überaktivität oder Überängstlichkeit)
  • geistiger Behinderung
  • Störungen in der emotionalen Entwicklung
  • Beziehungsproblemen
  • Sprachbehinderung
  • Seh- und Hörbehinderung
  • Lernbehinderung
  • Störungen in der Wahrnehmung und Bewegung aufgrund verschiedener Verursachungsmomente (wie ADHS oder sensorischer Integrationsstörung)
  • autistischen Verhaltensweisen
  • psychischen und psychosomatischen Erkrankungen
  • traumatisierenden Erfahrungen/Selbstwertproblemen nach Gewalterfahrungen (körperlich, sexuell, emotional)